Sehenswürdigkeiten am Bodensee für Motorradfahrer
Die Insel Mainau liegt im Überlinger See und ist über eine Fußgängerbrücke vom Festland aus erreichbar. Motorräder parken am Ufer, der Rundgang über die Garten- und Parkanlage erfolgt zu Fuß. Die Insel wird von der Familie Bernadotte bewirtschaftet und ist ganzjährig geöffnet.
Die Insel Reichenau im Untersee gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe. Ausgezeichnet ist die Klosterinsel mit ihren drei romanischen Kirchen: dem Münster St. Maria und Markus in Mittelzell, St. Georg in Oberzell und St. Peter und Paul in Niederzell. Die Insel ist über einen Damm mit dem Festland verbunden und zugleich ein bekanntes Gemüseanbaugebiet.
In Meersburg stehen zwei Bauten dicht beieinander: die mittelalterliche Alte Burg über dem Ufer, die als eine der ältesten bewohnten Burgen Deutschlands gilt, und das barocke Neue Schloss. Unterhalb der Altstadt ziehen sich Rebterrassen den Hang hinauf. Die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff verbrachte ihre letzten Jahre in Meersburg.
Das Konstanzer Münster Unserer Lieben Frau prägt die Altstadt der größten Stadt am See. Der Turm ist begehbar und gibt einen Überblick über Stadt, Seerhein und die gegenüberliegenden Ufer.
Die Pfahlbauten Unteruhldingen sind ein Freilichtmuseum mit nachgebauten Stein- und Bronzezeithäusern direkt am Wasser. Die originalen Fundstätten am Seeufer gehören zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen.
In Friedrichshafen dokumentiert das Zeppelin-Museum im ehemaligen Hafenbahnhof die Geschichte der Luftschifffahrt und zeigt einen begehbaren Nachbau eines Teilstücks des Luftschiffs Hindenburg. In der Nähe des Flughafens ergänzt das Dornier-Museum die Luftfahrtgeschichte der Region.
Der Rheinfall bei Schaffhausen auf Schweizer Seite ist der wasserreichste Wasserfall Europas. Aussichtspunkte gibt es an den beiden Ufern bei Schloss Laufen und Schloss Wörth; Boote fahren bis zum Felsen in der Fallmitte. Von der Untersee-Region ist der Rheinfall über Schaffhausen gut als Tagesziel erreichbar.
Sagen, Geschichte & Kultur entlang der Route
Das Konzil von Konstanz tagte von 1414 bis 1418 und war eine der bedeutendsten Kirchenversammlungen des Mittelalters. Hier wurde der böhmische Reformator Jan Hus als Ketzer verurteilt und 1415 verbrannt; 1417 wurde mit Martin V. ein neuer Papst gewählt, was das abendländische Schisma beendete. Das Konzilgebäude am Hafen erinnert an diese Zeit. Am Hafeneinfahrt dreht sich die Statue der Imperia des Bildhauers Peter Lenk, ein satirischer Kommentar zum Konzil.
Die Pfahlbauer siedelten schon in der Jungstein- und Bronzezeit auf Pfählen am flachen Seeufer. Weil sich Holz und organisches Material im feuchten Boden über Jahrtausende hielten, sind die Fundstellen heute ein Archiv der Frühgeschichte und Teil des UNESCO-Welterbes.
Die Zeppelin-Geschichte beginnt am Bodensee: Ferdinand Graf von Zeppelin ließ sein erstes Starrluftschiff LZ 1 im Jahr 1900 über dem See aufsteigen. Friedrichshafen wurde in der Folge zum Zentrum des Luftschiffbaus, dessen Erbe Museum und Stadtbild bis heute prägen.
Die Klosterinsel Reichenau geht auf ein 724 von Pirmin gegründetes Benediktinerkloster zurück. Im frühen Mittelalter war Reichenau ein europäisches Zentrum von Bildung und Buchmalerei; die dort entstandenen illuminierten Handschriften gelten als herausragende Zeugnisse ottonischer Kunst.
Natur & Stopps am Rande
Nordwestlich des Sees liegt der Hegau, eine Landschaft aus erloschenen Vulkankegeln. Der markanteste ist der Hohentwiel bei Singen, dessen Gipfel eine der größten Festungsruinen Deutschlands trägt. Die Kegelberge lassen sich auf ruhigen Nebenstraßen umrunden.
Die Halbinsel Höri zwischen Radolfzell und Stein am Rhein ist flach und ländlich geprägt. Der Maler Otto Dix lebte in Hemmenhofen auf der Höri; die Gegend war lange ein Rückzugsort für Künstler.
Der bewaldete Höhenzug Bodanrück trennt den Überlinger See vom Untersee und verbindet das Festland mit dem Raum Mainau und Reichenau. Über den Rücken führen stille Wald- und Nebenstraßen abseits der Uferverkehrs.
Über Bregenz erhebt sich der Pfänder, von dem sich ein weiter Blick über den See und die Alpenkette öffnet. Eine Seilbahn führt hinauf, die Straße erschließt den Hausberg von der österreichischen Seite.
Hinter Bregenz beginnt der Rand des Bregenzerwaldes in Vorarlberg, eine hügelige Region mit kurvigen Straßen, die sich als Anschluss an eine Ostufer-Runde anbietet.
Am Ostende des Sees liegt das Rheindelta, wo der Alpenrhein in den Bodensee mündet. Das Mündungsgebiet ist ein Naturschutzgebiet und wichtiges Vogelrevier. Der Untersee im Westen ist das ruhigere, kleinteiligere Becken des Sees.
Genuss & lohnende Schlechtwetter-Stopps
Rund um den See wird Wein angebaut, der als Seewein bekannt ist; verbreitet sind Müller-Thurgau und Spätburgunder, etwa an den Hängen von Meersburg und Hagnau. Für Motorradfahrer gilt: Verkostung und Fahren schließen sich aus, deshalb nüchtern fahren und das Probieren ans Etappenende oder auf einen Ruhetag legen.
Die Region ist zugleich ein großes Obstanbaugebiet. Rund um Friedrichshafen und Tettnang reihen sich Apfelplantagen; Tettnang ist darüber hinaus für seinen Hopfen bekannt.
Bei schlechtem Wetter bieten sich die Museen an. In Friedrichshafen sind das Zeppelin-Museum und das Dornier-Museum überdachte Ziele, in Konstanz das Rosgartenmuseum und weitere Sammlungen der Altstadt.
An mehreren Orten am See gibt es Thermen, etwa die Bodensee-Therme in Konstanz und die Meersburg Therme. Sie sind eine Ausweichoption für Regentage und kühle Frühjahrstage.